Im
Gegensatz zu den anderen gut erhaltenen Kirchen des 9. Jh. in Südhessen – Steinbach und Seligenstadt
– verfügt die Justinuskirche über zwei vollständige Arkadenreihen mit originalen karolingischen Kapitellen
und Kämpfern.
Sie ist damit die einzige Basilika des 9. Jh. nördlich
der Alpen, die ihre Bauskulptur und den Raumeindruck des karolingischen Langhauses ungestört bewahrt
hat.
Die Kapitelle
der Justinuskirche sind Meisterwerke der "karolingischen Renaissance". Ihr Vorbild sind die
korinthischen Kapitelle der römischen Antike. Dennoch sind es eigenständige Schöpfungen der karolingischen
Bauplastik.
Die Kämpfer mit den länglichen Blattmotiven verweisen auf
spätantike und byzantinische Vorbilder. Diese kommen zwischen dem 5. und dem 9. Jahrhundert im gesamten
Mittelmeerraum vor.
Kämpfer der Justinuskirche
Ein
Kämpfer ist ein Bauglied, das zwischen Kapitell und Arkadenbogen vermittelt. Der Kämpfer entlastet die
filigrane Struktur der Ecken des Kapitells. Der Schmuck des Höchster Kämpfers ist ein
Blattmotiv wie schon an einem Fries und einem Kämpfer am Augustusforum in Rom zu sehen. Auch in der
Spätantike wurden die Kämpfer und Kapitelle mit diesem Motiv geschmückt.