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Kultur und Vereine - Peter Schäfer, Karikaturist

Cartoons mit Mutterwitz und Muttersprache

 Vita: Peter Schäfer über Peter Schäfer
 Grafiken aus den "Frankfurter Nachbarschaftsbeobachtungen"

„Frankfurter Nachbarschaftsbeobachtungen“ von Peter Schäfer: Die Hauptperson sagte nichts – und das passt zu ihm. Peter Schäfer kommt ohne große Worte aus. Er lässt Bilder sprechen, manchmal ganz ohne, manchmal mit ganz wenig Text. Und der Betrachter versteht die Botschaft, die immer mit viel Humor gewürzt ist und wegen der unbestreitbaren Wahrheiten manchmal auch bittersüß schmeckt.

Im Frankfurter Presseclub stellte der Höchster Karikaturist Peter Schäfer mit Verlegerin Dr. Henriette Kramer und dem Höchster Historiker Dr. Wolfgang Metternich (rechts) sein Buch „Frankfurter Nachbarschaftsbeobachtungen“ vor.



Der Höchster Karikaturist steht nicht gern im Mittelpunkt, doch bei der Vorstellung seines Buches „Frankfurter Nachbarschaftsbeobachtungen“ im Frankfurter Presseclub konnte er sich nun nicht wirklich gegen die zentrale Position wehren. Doch das Reden überließ er anderen.

Peter Schäfer schaut lieber zu, oder besser gesagt, er schaut genau hin. Noch genauer als die Höchster Nachbarn, die auf der Titelseite seines Buches zu sehen sind. Mit Ferngläsern haben sich die beiden fest im Blick, obwohl die Altstadthäuschen nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Ihnen entgeht eben nichts, den Höchster Nachbarn.

„Bei ihm kommt keiner davon“

Peter Schäfer entgeht auch nichts. Er sieht die kleinen Schwächen seiner Mitmenschen und die gesellschaftlichen Veränderungen im Umfeld, er nimmt den Zeitgeist ebenso kritisch wahr wie den Amtsschimmel. „Bei ihm kommt keiner davon“, meinte Dr. Wolfgang Metternich, langjähriger Weggefährte von Peter Schäfer und als Historiker sowie langjähriger HistoCom-Geschäftsführer ein Höchst-Kenner der Extraklasse. Metternich beschrieb den Karikaturisten im Stil der Cartoons – knapp und präzise, ohne viele Worte. „Wer Peter Schäfer im Zorn erlebt hat, der fürchtet sich. Aber dieser Zorn entlädt sich immer in einem herzerfrischenden Lachen, und oft genug lacht er über sich selbst“, charakterisierte Metternich den Karikaturisten.

Über sich selbst lachen zu können – diese ebenso wichtige wie sympathische Fähigkeit stellt sich nahezu automatisch ein, wenn man die Cartoons von Peter Schäfer betrachtet, denn Schmunzeln muss man eigentlich immer, und früher oder später begegnet sich der Betrachter dann auch selbst.




Schäfer-Themen: Steuerreform und „Gassekehrn“

Natürlich laufen vor allem die Höchster Gefahr, von Peter Schäfers spitzer Feder erfasst zu werden. Peter Schäfer ist eben echter Höchster, und in seinem Buch spielt vieles in und mit Höchst. Der städtischen Straßenreinigung, in Höchst zeitweise ein heiß diskutiertes Thema, widmet Peter Schäfer gleich mehrere Werke. „Is Ihne des klar, dass Sie mit ihrm Gassekehrn uns Frankforder Stadtreinischer die Abeit wegnemme? Des heert sofort uff!“, schimpft ein Bediensteter der Frankfurter Entsorgungs-Service GmbH (FES) mit den braven, besenschwingenden Bürgern. Ein anderer Steuerzahler notiert sich hingegen die Reinigungsintervalle genau: „Bei dene Frankforder Preise wird des Gassekehrn akribisch festgehalte!“ Wer die Diskussionen um die Straßenreinigungs-Zwangsabgabe verfolgt hat, der weiß, wie dicht Peter Schäfer am wirklichen Leben ist. Ein bisschen Lokalkolorit ist zwischen den nicht vorhandenen Zeilen versteckt. Da trägt doch tatsächlich der Gesprächspartner eines Bürgers, der die üppige Diäten von Berufspolitikern beklagt, wie zufällig eine Fliege....Nachbarschaftsbeobachtungen eben.

Man muss aber nicht Höchster sein, um an den Cartoons seine Freude zu haben. Der Autor sieht Höchst als festen Bestandteil Frankfurts an: „Frankfurt, das ist Fechenheim, Sossenheim, Bornheim...und eben auch Höchst.“ So nimmt Peter Schäfer auch ganz allgemeine Themen aufs Korn. Von der Gesundheitsreform (Patient: „E neu Gebiss kann isch mir net mehr leiste, Herr Dokter. Aber isch hab da noch von unserm Opa...“) bis zur Steuerreform (Finanzbeamter: „Ab jetzt is dess ganz aafach mit dene Steueern. Mache se mit Ihrm Geld zeh Häufscher, nemme se zwaa, schicke se uns de Rest“) reicht die Palette der Themen. Einzige Voraussetzung, die Leser und Betrachter mitbringen müssen: Hessisch-Kenntnisse oder zumindest die Bereitschaft, neben Mutterwitz auch Muttersprache auf sich wirken zu lassen.

Buchbestellung

Das Buch „Frankfurter Nachbarschaftsbeobachtungen“ von Peter Schäfer ist im Verlag Waldemar Kramer erschienen, ISBN 3 7829 0550 4, und kostet 14,90 Euro.

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