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Berühmte „Hoechster“ weisen den Weg Das
ist
ein Novum im Industriepark Höchst: Elisabeth-Kuhn-Straße, Wilhelm-Grandhomme-Straße, Robert-Schnitzer-Straße,
Otto-Horn-Straße und Südallee – so sollen künftig die Zufahrtsstraßen benannt werden, die zu Tor West
und den Toren in der Südhälfte des Industrieparks führen. Bisher gab es außer der Brüningstraße und
der Hoechster-Farben-Straße, die im Osten und im Norden des Industrieparks verlaufen, für keine andere
Straße rund um das Gelände einen eigenen Namen.
Das soll sich nun ändern.
Infraserv Höchst stellte das neue Konzept für die Benennung der Zufahrtsstraßen zum Werksgelände am
19. Mai dem Ortsbeirat 6 der Stadt Frankfurt vor. Die Gründe für die Einführung von Straßennamen erläuterte
Dr. Jan-Robert Schwark, Leiter des Geschäftsfeldes Industrieparkdienste: „ Wir konnten in der Vergangenheit
immer wieder beobachten, dass Lkw statt zum Tor Süd fälschlicherweise zu anderen Toren geleitet wurden.
Fast jeder Lkw nutzt ein Navigationsgerät und dort wird der Industriepark oftmals in Verbindung mit
der Brüningstraße angezeigt. Hinzu kommt, dass das Straßennetz im Umfeld des Industrieparks mit dem
Neubau der Leunastraße, dem Anschluss des Albertslacher Wegs/Leunastraße und den Zufahrten zu den neuen
Toren H 831 und Süd-West bedeutend ausgeweitet wurde. Im Zuge dieser vielen Veränderungen rund um den
Industriepark Höchst wollten wir für den ankommenden Lieferverkehr ebenso wie für externe Besucher ein
Leitsystem schaffen, das auch in jedem Navigationssystem ausgewiesen werden kann.“
Ein
Plan mit den zukünftigen, neuen Straßennamen: (zum Vergrößern bitte anklicken) 
Bis
die Straßen um den Industriepark ihre neuen Namen erhalten, sind noch einige formale Schritte zu erledigen:
nach offizieller Zustimmung des Ortsbeirates müssen die Straßen vermessen werden, eine Veröffentlichung
im Amtsblatt erfolgt im Anschluss und schließlich werden die Schilder durch das Straßenbauamt aufgestellt. Namensgeber
aus der Hoechst-Geschichte
Als Namenspaten für die Benennung der
Straßen dienen Persönlichkeiten aus der Hoechster Werkgeschichte: Nach Wilhelm Grandhomme soll die parallel
zur Hoechster-Farben-Straße verlaufende Zufahrtsstraße zum Tor West benannt werden.
©
Sanofi Aventis Deutschland (Industriearchiv Frankfurt am Main)
Dr.
Wilhelm Grandhomme (1834 bis 1907) war der erste Werksarzt der Farbwerke in Höchst und Kreis-Physikus
in Frankfurt. 1873 errichtete er die erste Krankenstation. Neben der ärztlichen Versorgung der Arbeiterschaft
sollte er als Fabrikarzt den Einfluss der verschiedenen Chemikalien auf den Organismus untersuchen und
entsprechende Vorschläge für die Prophylaxe erarbeiten, was damals eine Pionierleistung auf dem Gebiet
der Gewerbehygiene darstellte.
© Sanofi Aventis Deutschland
(Industriearchiv Frankfurt am Main)
Dr.
Elisabeth Kuhn (1885
bis 1977) leiht ihren Namen einer Zufahrtsstraße im Süden, die von der ebenfalls neu benannten „Südallee“,
der direkten Zufahrt zum Tor Süd, nach Osten zum Besuchertor K 801 führt. Dr. Kuhn war die erste Werksärztin
der Farbwerke Hoechst. Zur Höchster Legende wurde sie durch das von ihr geleitete werkseigene Entbindungsheim,
das „Storchennest“, in dem viele noch heute lebende „Rotfabriker“ das Licht der Welt erblickten.
©
Sanofi Aventis Deutschland (Industriearchiv Frankfurt am Main)
Nach
Dr. Robert-Julius Schnitzer (1894 bis 1987) wird die Verbindungsstraße benannt, die zwischen Tor K 801
im Süden und Tor H 831 im Südosten verläuft. Schnitzer, ein hochbegabter Chemiker, trat im Oktober 1928
in das Werk Höchst der I.G. Farbenindustrie ein. Er entwickelte hochwirksame Heilmittel gegen Malaria
und Tuberkulose. 1938 war er als Jude kurze Zeit im KZ Buchenwald interniert. Später arbeitete er in
Frankreich für Rhône-Poulenc. Sein weiterer Weg führte ihn in die USA zu Hoffmann-LaRoche in New Jersey.
Dort war er maßgeblich an der Entwicklung eines noch heute verwendeten Tuberkulose-Heilmittels beteiligt,
wofür er den angesehenen Lasker-Preis erhielt.
©
Sanofi Aventis Deutschland (Industriearchiv Frankfurt am Main)
Professor
Otto Horn (1904 bis 1991) war ab 1957 der erste Forschungsleiter von Hoechst und ein erfolgreicher Förderer
der Forschung von Hoechst. Außerdem war er Mitbegründer der Kunststoffsparte der Hoechst AG. Nach ihm
wird die Verbindungsstraße vom neuen Tor Süd-West zum Tor Süd benannt. Um in Navigationssystemen eindeutig
auffindbar zu sein, erhält auch die Zufahrtsstraße von der B 43 zum Tor Süd einen eigenen Namen: „Südallee“.
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