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Polyamid: Vielseitig in der Anwendung und anspruchsvoll in der Veredlung
Thomas Ruchser, DyStar Textilfarben GmbH & Co. Deutschland KG, Frankfurt am Main (Pressemeldung
vom 16.12.2003) Polyamid
ist vielseitig und Polyamid ist gefragt: in modischer Oberbekleidung, wie funktioneller Sport- und Freizeitbekleidung,
in Damenstrümpfen, in hochwertiger Unterwäsche und Nähgarnen, in Teppichen sowie in technischen Textilien
wie Ballon- und Fallschirmseide, Segeln, Möbelbezügen oder Automobiltextilien. Besonders aus der Damen-
und Herrenmode ist Polyamid aufgrund seiner guten Trage- und Pflegeeigenschaften als Einzel- und Mischfaser
nicht mehr wegzudenken. Um so mehr seit der Trend hin zu funktionellen Textilien geht. Dabei zieht der
Sport in die Mode ein und die Mode in den Sport. Individualität und Kombination verschiedenster Fasern,
Stoffe und Stilrichtungen sind in: Stöckelschuhe zur Workouthose, Outdoorjacke zum Minirock – Mode und
Funktionalität vermischen sich spielerisch.
Polyamid wird dabei immer
häufiger mit anderen Synthese- oder Naturfasern gemischt. Selbst komplexere Mischungen mit drei und
mehr Faserkomponenten, bei denen vermehrt auch Polyurethan zum Einsatz kommt, sind möglich. Das Färben
und Bedrucken dieser Mischungen stellt Textilveredler jedoch vor große Herausforderungen, denn jeder
Artikel erfordert unterschiedliche Verfahrensweisen und Textilveredlungsmaschinen. Man benötigt daher
viel Know-how und die richtigen Farbstoffe, um egale und gleichzeitig wirtschaftliche Ergebnisse erzielen
zu können.
Ein Grundstoff – viele Fasertypen
In
der Praxis findet man die unterschiedlichsten Polyamidfasern: von den ultra-feinen Mikrofasern, bei
denen die einzelnen Fibrillen eine Feinheit unter 1,0 dtex aufweisen, und die in leichtgewichtigen,
weichen Artikeln wie Strümpfen und Dessous eingesetzt werden bis hin zu den gröbsten Fasern mit einer
Stärke von bis zu 2100 dtex für widerstandsfähige Koffer, Rucksäcke und Schuhe. Heute kommen hauptsächlich
runde, trilobale und knochenförmige Faserquerschnitte zum Einsatz. Die Anzahl der einzelnen Filamente
innerhalb eines Garnes können stark schwanken und bestimmen ebenfalls den Charakter des fertigen Textils.
Werden unter-schiedliche Garne in Kombination verarbeitet sind auch Melange- oder Bicolor-Effekte durch
einbadiges Färben möglich. Das Erscheinungsbild der Polyamidfaser variiert von hochglänzend bis ultramatt.
Ganz neu im Trend ist der „Metallics-Look“. Neue Garngenerationen ermöglichen hierbei eine großflächige
Allover-Musterung statt der früher üblichen, spar-samen Effekte. Diese Garne sind sowohl in der Oberbekleidung
als auch in der Lingerie und Sportswear im Trend. Eine Renaissance erlebt hierbei auch der Druck auf
Swimwear und feinsten Lingerie-Artikeln.
Verbraucher werden
anspruchsvoller
Die Ansprüche an Tragekomfort und Funktionalität
steigen: Textilien sollen schweißdurchlässig, atmungsaktiv, wasserabweisend bzw. wasserdicht und UV-resistent
sein sowie antibakterielle Eigenschaften haben. Wie bei anderen Fasern ist darüber hinaus auch bei Polyamid
ein Trend zu höheren Echtheiten erkennbar. Dabei stehen hohe Waschechtheiten in dunklen Tönen im Mittelpunkt.
War früher eine 30 °C-Wäsche noch ausreichend, werden heute Mehrfachwäschen bei 40 °C, 50 °C und teilweise
auch bei 60 °C gefordert. Dies führte in den vergangenen Jahren zum verstärkten Einsatz von Metallkomplexfarbstoffen,
um die geforderten Nassechtheiten zu erreichen. Untersuchungen von Farbrezepturen für Sportswear-Artikel
ergaben, dass vor zehn Jahren noch etwa 20 Prozent der Farbnuancen mit kleinmolekularen Säurefarbstoffen
(Telon) und nur ein minimaler Teil mit Metallkomplexfarbstoffen (Isolan) gefärbt wurden. Heute finden
sich in den Sportswear-Kollektionen praktisch keinerlei kleinmolekulare Säurefarbstoffe wieder. Es werden
dafür verstärkt größer molekulare Telon A- und Telon M-Farbstoffe sowie Metallkomplex-farbstoffe eingesetzt.
Metallkomplexfarbstoffe hatten dabei den größten Zuwachs und haben heute einen Anteil von über 40 Prozent.
Steigende
Qualitätsanforderungen bei gleichzeitig zunehmendem Kostendruck ist für alle Beteiligten in der Textilkette
eine große Herausforderung. Deshalb ist wie in allen Bereichen der textilverarbeitenden Industrie auch
in der Polyamidfärbung die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ein wichtiges Thema. Als Technologieführer
ist DyStar hier genau der richtige Part-ner. Unter den Begriffen „Controlled Coloration“ und „Color
Confidence“ (siehe Kasten) bietet das Unternehmen seinen Kunden weltweit mit Qualitätsprodukten, Serviceleistungen,
Innovationen und anwendungs-technischer Beratung Kosten- und Qualitätsvorteile.
Für
jede Anforderung den richtigen Farbstoff
Von hochwertigen, wirtschaftlichen
Standardfarbstoffen bis hin zu innovativen Problemlösern zur Erfüllung höchster Echtheitsanforderungen:
DyStar bietet für Polyamid und Polyamidmischungen ein umfassendes Produktangebot in allen Farbstoffklassen.
Das Sortiment umfasst die Farbstoffe der ehemals führenden Farbstoffanbieter Bayer und Hoechst und wurde
durch die Acidol-Farbstoffe der BASF, heute Isolan 2S, ergänzt. Im Jahr 2003 wurde das Farbstoffangebot
für Polyamid neu strukturiert, übersichtlicher gestaltet und an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet.
Isolan
SP – die neuen Allroundfarbstoffe für sicheres Färben und hohe Echtheitsanforderungen
Mit
Isolan® SP hat DyStar ein Sortiment entwickelt, das dem Wunsch der Textilindustrie nach sicheren, universell
einsetzbaren Produkten für alle Färbeverfahren entspricht. Mit einem Kernsortiment von nur vier Farbstoffen
wird ein breites Nuancenspektrum von mittleren bis tiefen Tönen abgedeckt. Diese speziellen Mischungen
aus 1:2 Metallkomplexfarbstoffen decken die Streifigkeit sehr gut und zeigen selbst unter schwierigen
Färbedingungen ein optimales Aufzieh- und Egalisierverhalten. Die Farbstoffe bieten damit die Grundlage
für Controlled Coloration bei unterschiedlichen Polyamidqualitäten und Färbeverfahren. Mit Isolan SP-Farbstoffen
werden Right-First-Time-Färbungen zum Standard. Da das Ziehverhalten von Isolan SP, Telon® M sowie Isolan
S vergleichbar ist, können diese Farbstoffe problemlos kombiniert werden. Auch in Sachen Color Confidence
hat Isolan SP einiges zu bieten: In Kom-bination mit Säurefarbstoffen treten keinerlei Beeinträchtigungen
der Lichtechtheit auf. Bei Polyamid/Polyurethan-Mischungen setzt dieses Sortiment neue Maßstäbe in der
Ton-in-Ton-Anfärbung. Zellulose und Polyester werden in der Mischung so gut wie nicht angeschmutzt,
so dass auch hier höchste Echtheitsniveaus erreicht werden. Zudem bieten Isolan SP-Farbstoffe sehr gute
Nass- und Lichtechtheiten und erfüllen die Anforderungen der führenden Sportswear-Hersteller.
Um
die vielfältigen Spezialanforderungen der Polyamidfärberei zu erfüllen, verfügt DyStar in Ergänzung
zu Isolan SP auch über ein vollständiges Sortiment an Säure- und 1:2 Metallkomplexfarbstoffen.
Isolan
- 1:2 Metallkomplexfarbstoffe
Hier hat DyStar drei Farbstoffgruppen
zur Auswahl: Isolan-Farbstoffe ohne Sulfogruppe für helle bis mittlere Nuancen beispielsweise für den
Automobilsektor. Isolan S-Farbstoffe mit einer Sulfogruppe für gute Nassechtheiten unter anderem für
Outdoortextilien. Und Isolan 2S-Farbstoffe mit zwei Sulfogruppen für höchste Waschechtheiten bei Arbeitsbekleidung
in gedeckten Tönen.
Telon – Säurefarbstoffe
Auch
hier bietet DyStar drei leistungsfähige Gruppen: Telon-Farbstoffe (monosulfosaure, Levelling-Typen)
hauptsächlich für Teppiche und Strümpfe. Telon A-Farbstoffe (monosulfosaure, Halfmilling-Typen) mit
guten Nassechtheiten beispielsweise für Sportswear. Und Telon M-Farbstoffe, die früheren Supranol-Farbstoffe,
(disulfosaure, Milling-Typen) mit sehr hohen Nassechtheiten für Sports- und Swimwear.
Controlled
Coloration mit bewährten Verfahren
Zur Artikelvielfalt und den
gestiegen Echtheitsanforderungen kommt ein weiteres großes Problem für den Textilveredler hinzu: Die
Färbeeigenschaften einzelner Polyamidfasern lassen sich inzwischen nicht mehr eindeutig vorhersagen.
Die Regel, dass der Farbstoff auf PA 6 schneller aufzieht als auf PA 6.6 ist nicht mehr uneingeschränkt
gültig. Durch geänderte Spinn- und Fixier-Prozesse verwischen die Unterschiede in den Färbeeigenschaften
verschiedener Polyamidfasern. Eine verlässliche Testmethode, um das Faserverhalten beim Färben zu bestimmen,
wird daher immer wichtiger.
Zur Unterstützung seiner Kunden hat DyStar
als einziger Farbstoffhersteller ein Testverfahren (Polyamid S-Verfahren) entwickelt. Es ermöglicht
dem Färber das Färbeverhalten der Polyamidfaser im Ausziehverfahren exakt zu bestimmen und den Färbeprozess
auf seine Faser und Maschinen optimal auszurichten. Mit dem Polyamid S-Verfahren werden die Faser-kennzahlen
(Fasersummenzahl und Aufziehgeschwindigkeit) ermittelt und mit den Farbstoffdaten kombiniert. Die Abläufe
beim Färbeprozess werden so verständlich und lassen sich besser steuern. Mit dem Computerprogramm Optidye®
N hat DyStar das Polyamid S-Verfahren konsequent weiterentwickelt. Das Programm errechnet bei bekannten
Materialeigenschaften und Maschineneinstellungen den pH-Wert, die optimale Hilfsmittelkonzentration,
die Aufheizrate und die kürzeste Färbezeit. Ein gutes Beispiel, wie Controlled Coloration in der Praxis
zu einer besseren Warenqualität und zu reduzierten Verfahrenskosten führt.
Hintergrund
Als
Marktführer bei Textilfarbstoffen bietet DyStar seinen Kunden mit hochwertigen Produkten, effizienten
Anwendungsverfahren und kompetenten Serviceleistungen eine ganze Bandbreite an Kosten- und Qualitätsvorteilen
im Veredlungsprozess. Diese Vorteile fasst das Unternehmen unter den Begriffen Controlled Coloration
und Color Confidence zusammen. Controlled Coloration richtet sich hauptsächlich an die Textil- veredler.
Hier hilft DyStar, die Färbe- und Druckprozesse zuverlässiger und schneller zu machen, Fehler zu vermeiden
(Right-First-Time) und die Produktionskosten zu senken. Color Confidence betrifft die
gesamte Textilkette und beinhaltet Themen wie Farbechtheit, Farbtonkonstanz und Sicherheit des gefärbten
Textils beim Endverbraucher.
www.dystar.com
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