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Die Substanz, die Millionen Menschenleben retten könnte
Medikamente müssen ihre
Wirksamkeit in klinischen Studien beweisen. Ein ACE-Hemmer von sanofi-aventis für die Behandlung von
Bluthochdruck,
zur Vorbeugung von Schlaganfall, Herzinfarkt und lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei
Risikopatienten war dabei so erfolgreich, dass eine Studie vorzeitig abgebrochen wurde. Aus ethischen
Gründen war es nicht mehr vertretbar, den Studienpatienten das Medikament mit dem Wirkstoff Ramipril
vorzuenthalten.
Als Konsequenz darf Ramipril seit dem Sommer 2002 auch
zur Vorbeugung von Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen kardiologischen Ereignissen bei Risikopatienten
verordnet werden. sanofi-aventis, seinerzeit Aventis, reagierte prompt und verdoppelte
die Produktionskapazität
für eines der erfolgreichsten Produkte am Standort Frankfurt. In nur zwölf Monaten entstand auf dem
Gelände des Industrieparks für 30 Millionen Euro die neue, hochmoderne Ramipril-Produktionsanlage, die
am 21. August 2002 von der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger ihrer Bestimmung übergeben
wurde. "Der heutige Tag zeigt, dass der Standort Hessen immer wieder für außergewöhnliche Leistungen
gut ist. Das beweisen sowohl die besonderen Eigenschaften von Ramipril als auch das Tempo, mit dem das
Anlagenprojekt abgewickelt wurde." Die neue Anlage wurde in ein bestehendes Produktionsgebäude
integriert. Die Nutzung der bereits vorhandenen Apparate, Mess- und Regeltechnik, Rohrleitungen sowie
Infrastruktur war dabei eine technologische Herausforderung. Insgesamt wurden in die neue Produktionsanlage
circa 350 Apparate eingebaut, von denen 150 bereits vorhanden waren. 25 Kilometer Rohrleitungen wurden
verlegt, 2500 neue Messstellen eingerichtet und ungefähr 65 Kilometer Kabel verlegt.
Pille
gegen den Herzinfarkt - Ramipril hat das Potenzial Millionen Leben zu retten
Aufgrund
der Ergebnisse der so genannten HOPE-Studie (Heart Outcomes Prevention Evaluation) schätzen Experten,
dass Ramipril, alleine wenn es bei Risikopatienten verbreitet eingesetzt würde, weltweit jährlich nahezu
eine Million Todesfälle, Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindern könnte. Als Risikopatienten,
gelten beispielsweise Menschen mit Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) oder Diabetes
mellitus. Sie haben ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulären Tod zu
erleiden. Ramipril ist ein so genannter ACE-Hemmer. Der Effekt des Präparates beruht
darauf, dass es die Aktivität des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE) vermindert, welches die Umwandlung
des im Körper gebildeten Hormons Angiotensin I in die wirksame Form Angiotensin II vermittelt. Angiotensin
II ist wesentlich an der Blutdruckregulation beteiligt, da es eine stark gefäßverengende Wirkung ausübt
und damit zu einer Blutdrucksteigerung führt. Wenn durch die Einnahme von Ramipril die Angiotensin II-Bildung
gehemmt wird, sinkt durch das Fehlen der gefäßverengenden Wirkung der erhöhte Blutdruck. Wegen seiner
Moleküleigenschaften hemmt Ramipril das Enzym besonders stark und langanhaltend. Dies bewirkt, dass
bei täglicher Einmalgabe die Wirkung über 24 Stunden anhält. Aufgrund der Ergebnisse
der HOPE-Studie wurde Ramipril als einziger ACE-Hemmer von den deutschen Arzneimittelbehörden im April
2002 zur "Risikosenkung beim kardiologischen Risikopatienten" zugelassen. Ursprünglich zur
Hochdruckbehandlung entwickelt, hat Ramipril heute durch die neuen Anwendungsgebiete eine Ausnahmestellung
unter den ACE-Hemmern.
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