 |
|
Verfahrensbeschreibung Klärschlammverbrennungsanlage
So
funktioniert die Klärschlammverbrennung:
In
der 1994 in Betrieb genommenen Klärschlamm-Verbrennungsanlage (KVA) von Infraserv
Höchst werden Klärschlämme und heizwertreiche Abfälle thermisch beseitigt beziehungsweise verwertet.
Dabei wird nicht nur den im Industriepark Höchst ansässigen
Chemie- und Pharmaunternehmen, sondern auch kommunalen und industriellen Kunden aus der Region Entsorgungssicherheit
geboten.
Die Anlage besteht aus zwei voneinander
unabhängigen Verbrennungsstraßen mit jeweils einem Wirbelschichtofen mit Nachreaktionszone, einem Abhitzekessel
und einer mit einem dreifeldrigen Elektrofilter und einer mehrstufigen Nasswäsche ausgestatteten Rauchgasreinigungsanlage.
Der
bezüglich des Heizwertes optimierte Verbrennungsinput wird mit Hilfe unterschiedlicher Fördereinrichtungen
von oben in den Wirbelschichtofen eingebracht. Bei Temperaturen von mehr als 850°C verdampft zunächst
das noch im Klärschlamm enthaltende Wasser.
Die
in der Vorbrennkammer aufgeheizte Luft strömt durch Verteilerkammer und Düsenboden von unten direkt
in die Wirbelschicht. Hier wird durch Zusatz von Quarzsand das Verbrennungsgut zerkleinert, durchmischt
und in Schwebe gehalten. Dadurch kann die Verbrennungsluft von allen Seiten angreifen, und die organischen
Bestandteile des Klärschlamms verbrennen nahezu vollständig bei Temperaturen zwischen 850 und 900° C.
Die anorganischen, nicht brennbaren Bestandteile werden dauerhaft umweltverträglich in einer glasartigen
Struktur eingebunden.
Den für die Verbrennung erforderlichen Energiebedarf
decken neben Erdgas und Heizöl auch die heizwertreichen flüssigen und festen Abfälle.
Für
eine optimale Stickoxidminimierung ist eine zweistufige Verbrennung mit Rauchgasrückführung und eine
spezielle Dampfeindüsung in das Ofenkonzept integriert.
Der nachgeschaltete
Abhitzekessel, in dem das Rauchgas auf circa 200°C abkühlt, dient zur Erzeugung von Prozessdampf, der
in das vorhandene Werksnetz im Industriepark eingespeist wird. Die vom Rauchgas mitgerissene
Flugasche wird anschließend in einem dreifeldrigen Elektrofilter abgeschieden. Dieser qualitativ hochwertige
Verbrennungsrückstand wird zur Zeit als Konditionierungsmittel in der Klärschlammentwässerung eingesetzt
und als Versatzmaterial im Untertagebau verwertet. Eine Verwertung der Aschen im Straßenbau ist ebenfalls
möglich.
Anschließend werden aus dem Rauchgas in einer mehrstufigen Nasswäsche
saure Schadgase, wie Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff, Bromwasserstoff und Fluorwasserstoff, sowie die
gas- und partikelförmigen Schwermetalle weitestgehend abgeschieden. Das Abwasser aus den Wäschern wird
neutralisiert, gekühlt und einer speziellen Abwasserbehandlungsanlage mit Schwermetallfällung zugeführt. Abschließend
entweichen die gereinigten Rauchgase über einen 60 Meter hohen Kamin. Die nach der „17. BImSchV“ geforderten
Grenzwerte werden „online“ erfasst und deutlich unterschritten.
Effiziente
Add-ons
Um den Status der „Best Available Technologie“ zu erhalten,
werden in der KVA erprobte Verfahrensoptimierungen umgesetzt. Eine speziell entwickelte Eindüsung von
harnstoffhaltigen Abwässern kombiniert mit einer Dampfinjektion ermöglicht eine wesentliche Reduzierung
der Stickoxid-Emissionen.
Die neueste Entwicklung stellt das mit Messer
Griesheim konzipierte Verfahren der transversalen Sauerstoffinjektion dar: Indem bei vergleichsweise
geringem Aufwand reiner Sauerstoff quer zur Luftströmung mit Überschallgeschwindigkeit in das Wirbelbett
des Ofens eingedüst wird, lässt sich die Kapazität der Anlage um über 40% steigern. Gleichzeitig senkt
diese Maßnahme den spezifischen Brennstoffbedarf und verbessert den Ausbrand, ohne dass zusätzliche
Schadstoffe emittiert werden.
Mit dem hier vorgestellten thermischen
Entsorgungsverfahren wird eine zukunftsweisende umweltgerechte Verwertung von Abfällen und Klärschlämmen
nach dem neuesten Stand der Technik sichergestellt.
AnsprechpartnerInfraserv
Höchst Telefon:
069 305-3333 E-Mail: kommunikation@infraserv.com
|
|
zurück |
| |
|
 |
Bürgertelefon
für die Nachbarn des Industrieparks Höchst Telefon:
069
305-4000
Auskunft des Industrieparks Höchst Telefon:
069 305-0
|