AbwasserreinigungsanlageWasser
ist ein knappes Gut, und es sauber zu halten, ein hohes Umweltziel. Deshalb wird im Industriepark Höchst
die gründliche Reinigung der Abwässer "hoch gehalten" – etwa zwanzig Meter: So hoch ragen
nämlich die beiden Biohochreaktoren empor. In ihren riesigen Tanks von 32 bis 45 Metern
Durchmesser werden die Abwässer des Industrieparks biologisch gereinigt. Die markanten Bauwerke sind
damit zentraler Bestandteil des umfassenden, hochwirksamen Abwassersystems am Standort Höchst.
Abwasserreinigung
auf der Höhe der ZeitDie
ungewöhnliche Hochbauweise ist keine Extravaganz. Sie bringt gegenüber den herkömmlichen, flachen Becken
deutliche Vorteile. Das Klärwerk benötigt weniger Fläche, verbraucht weniger Energie und ist leichter
zu warten. Der Biohoch-Reaktor ist in vieler Hinsicht eine smarte Einrichtung. So macht er sich natürliche
Selbstreinigungskräfte zunutze: In jedem gesunden Gewässer leben Bakterien und Einzeller, die das Wasser
von gelösten organischen Stoffen "sauberfressen". Der Biohoch-Reaktor bietet solchen Mikroorganismen
optimale Lebensbedingungen. Am Boden der beiden je 15.000 m³ fassenden Haupttanks, den "Belebungsräumen",
sind spezielle Düsen montiert, aus denen Schwaden von Luftbläschen aufsteigen und sich gleichmäßig im
Abwasser verteilen. Hier werden die Mikroorganismen mit Sauerstoff versorgt, damit sie ihr reinigendes
Werk tun können. Im oberen Teil schließt eine "Beruhigungszone" an. Hier trennen sich die
Luft- und Kohlendioxidbläschen von den Mikroorganismen. Diese kleinen Organismen sinken in den zwei
jeweils 6.000 m³ großen Nachklärbecken,
die sich wie ein Ring um den oberen Teil der Behälter legen, zu Boden. Das saubere Wasser fließt in
Überlaufrinnen, wird kontrolliert und in den Main geleitet: Zurück bleibt ein Schlamm aus Mikroorganismen,
die Biomasse. Sie wird zu 90% in den Belebungstank zurückgeleitet; das überschüssige Zehntel kommt in
die Klärschlammverbrennungsanlage. Sollten Problemstoffe im Abwasser auftauchen,
die nicht in eine biologische Kläranlage gehören, werden sie sofort in Auffangbecken geleitet und besonders
behandelt. Der Biohochreaktor hilft, die Phosphor- und Stickstoff-Fracht des Mains zu senken und damit
seine Selbstreinigungskraft zu stärken.
Doch zur positiven Trendwende
der Abwassersituation haben auch die Betriebe des Industrieparks viel beigetragen. Unter der Maxime
"Wer viel verschmutzt, zahlt viel" haben die ansässigen Betriebe ihr Abwasseraufkommen systematisch
reduziert. Im Laufe der letzten Jahre konnte der Anteil schwer abbaubarer Chemieabwässer zudem deutlich
zugunsten leichter zu reinigender Abwässer reduziert werden. Nicht, dass dadurch den Biohochreaktoren
der Nachschub abgedreht würde, doch sind nun Kapazitäten frei, z.B. für neu anzusiedelnde Betriebe.
Eine Entsorgungssicherheit tut also nicht nur der Umwelt gut, sondern ist für den Industriepark auch
ein konkreter Standortvorteil.
AnsprechpartnerInfraserv
Höchst Telefon:
069 305-3333 E-Mail: kommunikation@infraserv.com
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