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Einsparungspotenziale entdecken, umweltfreundlich erzeugen Die
Unternehmen im Industriepark Höchst brauchen die gleichen Energiearten wie Privathaushalte auch: Strom,
Wärme und Kälte. Natürlich brauchen sie diese Energie in deutlich größeren Mengen, da sie sie nicht
nur zum Heizen von Verwaltungsgebäuden, für elektrisches Licht oder die Kühlung von Lebensmitteln einsetzen
sondern vor allem, um die chemischen Prozesse in den Produktionsanlagen gezielt in Gang zu setzen und
zu halten. Insgesamt hängen an den Energienetzen des Standortes 90 Unternehmen mit über 800 Gebäuden.
Für die Versorgung mit allen Energiearten ist im Industriepark Höchst der Betreiber des Standortes,
Infraserv Höchst, zuständig. Etwa 40 % des im Industriepark benötigten Stroms
werden vor Ort erzeugt, 60 % werden auf dem Strommarkt von externen Anbietern zugekauft. Der vor Ort
benötigte Dampf (die wichtigste Heizenergiequelle für die chemische Produktion) muss zu 100 % vor Ort
hergestellt werden, da Wasserdampf wirtschaftlich nicht über weite Strecken transportiert werden kann.
Das zentrale Kraftwerk erzeugt pro Jahr rund drei Millionen Tonnen Produktions- und Heizdampf und über
800.000 Megawattstunden Strom - zum Vergleich: Mit dem Dampf könnten etwa 120.000 Einfamilienhäuser
beheizt werden, der Strom würde für rund 350.000 Zwei-Personen-Haushalte reichen. Das Kraftwerk des
Industrieparks nutzt Kraft-Wärme-Kopplung, dass heißt, die bei der Dampfherstellung anfallende Wärme
wird gleichzeitig zur Stromerzeugung genutzt. Der Ausstoß an CO2-Emissionen ist dadurch deutlich geringer. Ressourcen
sparen: Energieeffiziente Strom- und Dampferzeugung Den
größten Teil
der Strom- und Dampferzeugung vor Ort übernimmt das zentrale Heizkraftwerk, ein weiterer Teil wird durch
die Abhitzeenergien von Produktsanlagen bereitgestellt. Das Kraftwerk wurde in den vergangenen Jahren
in vieler Hinsicht laufend optimiert, so dass Strom und Dampf auf sehr umweltfreundliche Weise bereit
gestellt werden, indem entweder die im Energieträger vorhandene Grundenergie besonders gut genutzt wird
(Energieeffizienz) oder ein ressourcenschonender Energieträger Verwendung findet. Gasturbine Die
Gasturbine, die seit 2003 das Kraftwerk ergänzt, nutzt die Vorteile von Kraft-Wärme-Kopplung. Die im
Kraftwerk genutzten „Primärenergieträger“, das heißt Kohle und Erdgas, werden so mit einer Energieeffizienz
von etwa 90% genutzt. Das ist ein bis zu zweimal höherer Wirkungsgrad als bei reinen Stromkraftwerken.
Die Gasturbine reduziert so den Kohlendioxidausstoß gegenüber herkömmlicher Kohletechnik um etwa 45
Prozent. Biogasanlage Die im Jahr
2007 eingeweihte Biogasanlage nutzt als Primärenergieträger
Biogas, das sie aus der Vergärung von biologischen Abfällen gewinnt. Dieses Gas ist ein sehr nachhaltiger
Energieträger, da keine wertvollen Ressourcen unwiederbringlich verbraucht, sondern lediglich existierende Abfälle genutzt werden. Die Biogasanlage unterstützt damit das Konzept „Waste to Energy“, also „Abfall
wird zu Energie“. Die Biogasanlage setzt das Biogas, dank Kraft-Wärme-Kopplung, zusätzlich auf sehr
energieeffiziente Weise in Strom und Dampf um. Ersatzbrennstoff-Anlage Die
neue Ersatzbrennstoff-Anlage
(EBS-Anlage) wird nach ihrer Inbetriebnahme ebenfalls diese beiden maßgeblichen Arten zukunftsträchtiger
Energieerzeugung nutzen: Waste to Energy und Kraft-Wärme-Kopplung. In der EBS-Anlage werden getrocknete
und zerkleinerte Teile von Haus- und Gewerbeabfällen als Brennstoff genutzt, die nicht mehr recycelbar
sind und nach deutschem Gesetz seit 2005 nicht mehr auf Deponien gelagert werden dürfen. Eine solche
Anlage ist im Industriepark Höchst besonders sinnvoll, da die Unternehmen hier nicht nur den entstehenden
Strom, sondern auch den dank Kraft-Wärme-Kopplung in großen Mengen anfallenden Dampf unmittelbar nutzen
können. Die Energieeffizienz der Anlage ist darum hier deutlich höher als an anderen möglichen Standorten.
Mit dieser zusätzlichen Versorgung erhöht Infraserv Höchst außerdem die Redundanz und Versorgungssicherheit
für seine Standortkunden und wird so unabhängiger vom freien Energiemarkt mit seinen stetig steigenden
Preisen. Weitere Infos zur Ersatzbrennstoff-Anlage Neue
Wege gehen: Wasserstoff und Erdgas im Straßenverkehr Auch
bisher noch wenig erforschte Energiequellen werden im Industriepark Höchst auf den Weg in die Zukunft
gebracht. Ein Beispiel ist die Brennstoffzellen-Technologie, bei der Wasserstoff als Energieträger dient
und nach der Energiegewinnung reines Wasser als Endprodukt übrig bleibt. Im Jahr 2001 wurde am Standort
eine Brennstoffzelle aufgebaut, das daraus entstandene Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk lieferte
200 Kilowatt Strom sowie 220 Kilowatt Wärme. Die Brennstoffzellenforschung ist im Industriepark Höchst
besonders sinnvoll, weil hier Wasserstoff in großen Mengen als Restprodukt chemischer Prozesse anfällt. Darum
gibt es seit dem Sommer 2006 im Süden des Industrieparks außerdem eine eigene Wasserstoff-Tankstelle,
die erste und bislang einzige ihrer Art in Hessen. Testfahrzeuge mit Brennstoffzellen können hier mit
Wasserstoff betankt werden, was die Entwicklung dieser umweltschonenden Technik weiter vorantreibt. Mit dieser Maßnahme beteiligt sich der Industriepark auch an der Aktion „Zero Regio“, also „Region ohne
Emissionen“, der Europäischen Union. Auch Erdgas-Fahrzeuge können an dieser
Tankstelle Kraftstoff tanken. Ziel von Infraserv Höchst ist es, Schritt für Schritt die betriebseigene
Flotte von rund 600 Fahrzeugen auf den Betrieb mit Erdgas umzustellen. Ein Großteil der gesamten Schadstoffemissionen,
zum Beispiel die Emission von Stickoxiden und Kohlenmonoxid, wird in Deutschland durch den Straßenverkehr
verursacht. Die Abgaswerte von Erdgas liegen deutlich unter denen von Benzin oder Diesel. Der Einsatz
von Erdgas als Kraftstoff leistet darum einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz.
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